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ANTITAINMENT - TRAGIC VISION TOUR APRIL 2006

Mo 10.4. Wien(A) – Movimento


Der Tag begann für uns unglaublich früh. Um 6 Uhr trafen wir uns am Frankfurter Hbf um mit dem Regionalexpress nach Hanau zu fahren, wo uns dann der Tourbus aufgabelte. Bis wir dort dann tatsächlich losfuhren dauerte es natürlich erst mal eine Ewigkeit. Leute einsammeln, laden, Kaffeetrinken, Supermarkt und und und. Zu Acht (Tragic Vision, Antitainment, und Busfahrer Paul) ging es dann aber irgendwann auf die Autobahn nach Wien. Paul, der erst wenige Stunden zuvor von der Flyswatter-Tour zurückgekehrt war, machte es sich erst mal im Bett über dem Stauraum bequem. So ein Tourbus ist schon was geiles. Bei unserer Ankunft in Wien, war dieser auch schon mit coolen 50cent-Postern dekoriert. Zudem versuchten wir die in der Bravo erschienenen goldenen Regeln „wie man Weiber rumkriegt“ von Bass Sultan Hengst auswendig zu lernen und zu verinnerlichen. Für uns eine echte Quelle der Inspiration. Im Movimento gab es dann für uns ein echt leckeres Buffet mit veganem Essen. Zudem hat mir der Jo eine authentische end-80er Fussballerfrisur geschnitten die mich bei jedem Blick in den Spiegel erschaudern lässt. Naja, zum Glück gibt es nicht überall Spiegel in einem Punkerclub.

Als erstes gehen dann TV auf die Bühne und spielen ein solides Set. Millo, der sich eigentlich von einer Weisheitszahnoperation regeneriert versucht möglichst nicht zu sehr zu schreien und vor allem nicht zu lachen, was ihm eher schlecht als recht gelingt. Danach sind wir dran und werden vor allem von ein paar Jungs in selbstgemachten Antitainment-Shirts abgefeiert. Wie geil ist das denn! Für sie und ihre Freunde müssen wir dann endlos viele Zugaben spielen, was dann irgendwann peinliche Züge annimmt.

Nachdem die PA abgebaut ist kommt aber erst der eigentliche Headliner auf die Bühne. Die zwei „local heroes“ der „Die Schinkenkäsies“ schmetterten einige Male ihren Hit „Duach den Monsuän“ durch die nicht verkabelten Mikrophone. Ein wahres Fest.

Der Tag fand dann aber ein trauriges Ende als unser Fahrer/Mercher Paul sich unglücklich die Schulter brach und am nächsten Morgen die allzu frühe Heimreise antreten musste.


Di 11.4. Budapest(HU) – Music Factory

Nach Pauls Verabschiedung machten wir uns auf nach Ungarn. Kurz vor der Grenze konnten wir noch ein kleine Familie aufgabeln, deren Auto liegengeblieben war und die uns ein gutes Trinkgeld gaben.

Im Budapester Vorort Budaörs besuchten wir als erstes einmal Gabors Oma. Das ganze ist ein festes Ritual von jeder TV-Ungarntour. Wir wurden bestens bekocht, konnten duschen und fuhren anschließend relaxt zum Konzert. Der Club lag am anderen Ende der Stadt und am Ende eines großen Fabrikgrundstücks. Hätten wir nicht die Wegbeschreibung gehabt, wäre hier der letzte Ort, wo ich ein Konzertort vermuten würde. Aber egal. Ausgeladen, soundgecheckt und auf die erlösende SMS mit dem Ergebnis des Pokalhalbfinals der Eintracht gewartet. Da das Konzert erst kurzfristig anberaumt wurde, fanden sich nicht gerade viele Leute im Club ein. Zwei weiter Bands spielten heute abend, unter anderem Nazde, mit den wir später auch noch in Szeged zusammenspielen sollten. Wir spielten ein echtes Grottenset, dessen einziges Highlight das 1:0 der Eintracht war. TV hingegen überzeugten auf ganzer Linie. Nicht wenige waren wohl extra wegen ihnen da.

Als nächstes stand aber nun eine Horrorfahrt nach Sofia bevor, und daher machten wir uns schon um halb Zwei nachts auf Achse.


Mi 12.4. Sofia(BG) – O’Shipka Club

Fahren, fahren, fahren. Kurz nachdem ich das Steuer übernommen hatte entschied sich auch als bald die serbische Polizei die Ost-West Achse zu sperren und uns über eine Passtrasse Richtung Sofia zu schicken . So quetschten wir uns mit den Reisebussen und anderen Vehikeln vorbei an Hochwasserflüssen auf furchtbar kleinen Straßen. Ohne größere Grenzprobleme gelangten wir dann irgendwann zum O’Shipka-Club, den wir bereits vom Vorjahr kannten, jedoch auch nicht auf Anhieb zu finden war.

Und weil es so billig war aßen wir wieder einmal in dem zum Club gehörendem Restaurant bis wir platzten. Da waren wir aber auch die Einzigen, denn der Club platzte nicht gerade aus allen Nähten (hahaha). Naja, es ging schon, aber ich meinte, dass es beim letzten Mal voller war. Trotzdem eine coole Show, und manche kannten wieder ein paar Songs von uns. Ziemlich im Arsch pennten wir erneut beim Veranstalter Alex, der auf alles ziemlich gelassen und cool reagiert, nur nicht wenn man in seinem Aufzug hüpft.


Do 13.4. Asenovgrad(BG) - City Library

Einheimische freuen sich, nach Gabors Meinung , wenn man beim nach dem Weg fragen versucht sich slawisch auszudrücken. Die Meisten reagierten jedoch etwas verstört auf die Frage wo denn das Koncertu sei, was auf diesem Plakatinski zu sehen wäre. Schlussendlich fanden wir dann doch den Club, der unterhalb der Stadtbibliothek und im absoluten Stadtzentrum gelegenen war. Veranstalter Toni spricht besser Englisch als wir, spielt in der Band Mindown und ist ein unglaublich cooler Dude. Seine Freundin Ani spricht besser deutsch als wir und wird daher konsequent in englisch vollgelabert. Wir essen wie immer im Restaurant. Wahrscheinlich wie immer Pizza. Tobi wahrscheinlich Salat. Oder nix.

Konzert ist recht voll und saucool. Bei Tot- und Zeitschlag kommt ein Typ auf die Bühne und singt das komplette Lied mit, obwohl er kein Wort deutsch kann. Wow!

Ziemlich zerstört teilen wir uns auf die Wohnungen auf. Ich, Millo und Uwe pennen bei Ani. Ani hat einen Hund der wie ein Ewok aussieht und eine ultranette Mutter, die uns morgens gefüllte Blätterteigdinger macht.



Fr 14.4. Varna(BG) – Area 51

Welch Freude. Mindown fahren mit uns zusammen nach Varna, weil die da auch spielen werden. Allerdings einen Tag später. Es geht früh los, denn wir haben eine lange Strecke ausschließlich über Landstrassen zu bewältigen.

Unterwegs gab es noch die Mördersituation als eine Brücke auf einer Spur gesperrt ist und der Verkehr durch eine Ampel geregelt wird. Die Ampel springt geschätzte 30 Sekunden vor uns auf Rot, was jedoch keinen der Autofahrer davon abbringt nicht rüberzufahren. Toni auch nicht. Also muss ich (200 m hinter ihm) auch noch rüber, was der Gegenverkehr inzwischen nur noch unter größter Empörung zulässt. Hölle. Der Rest der Busbesatzung hat’s schlafbedingt leider nicht mitbekommen.

In Varna wie gewohnt großes Hallo mit den Crowfish-Leuten. Dann Konzert. Dann Saufgelage. Dann ist Michael, bei dem wir schlafen sollen verschwunden. Und als er auftaucht geht es in die Wohnung von Nikki, bei dem so etwas wie eine Party läuft, deren Besucherzahl durch uns und die Mindown-Crew in etwa verdreifacht wurde. Zu essen gab es Zatza (eingelegte Mini-Fische), eingelegten Knoblauch (Knollen nicht Zehen) und frischen Knoblauch. Dazu hochprozentigen Raki und massig an reinem Gras. Von allem wurde reichlich Gebrauch gemacht. A straight-edge nightmare. I can tell you that!

Um 5 oder 6 Uhr kutschierte ich schlussendlich die Meute tatsächlich wieder in die Innenstadt, in Michaels Bude.




Sa. 15. und So 16. 4. Varna off days

Das Konzert in Ruse fiel aus. Und da der Sonntag ohnehin ein off-day sein sollte, blieben wir zwei lange Tage in Varna. Ich kann euch sagen, es gibt schlimmeres als freie Zeit am Schwarzen Meer zu verbringen.

Wir aßen viel, asselten und hangen in Georges und Michaels Wohnungen rum.


Mo 17.4. Bukarest(RO) – Underworld


Unsere Befürchtungen, die Jahrhundertflut an der Donau könnte unserer Fahrt nach Rumänien im Wege stehen erwies sich als unbegründet. Von der Brücke aus ließen sich nur ein paar überflutete Wiesen erkennen. Langweilig. Bin dann noch haarscharf am Edgebreak vorbeigeschrammt, denn es war unsere Abmachung, wenn jemand eine Stange Zigaretten für einen Euro erwirbt, muss ich sie auf Ex rauchen. Im Duty-Free Shop gab es dann tatsächlich eine Stange feinsten Krautes für 1,50€. Noch mal Glück gehabt.

In Bukarest werden wohl seit langem Schlaglöcher gezüchtet und auch sonst ist der Verkehr dort die Hölle. Fahrradfahren sollte man hier vermeiden.

Der Club lag in der Innenstadt, unweit des Ceausescu -Palastes, an dem wir vorbeifuhren. Was für ein Ding. Das zweitgrößte Gebäude der Welt. Leider hatte ich keine Zeit für eine genauere Besichtigung, bzw. einen Stadtrundgang, denn wir müssen wieder gleich soundchecken und Konzert spielen. Dieses Zeitproblem ist der größte Scheiss am touren. Wann kommt man schon mal wieder nach Bukarest?

Konzert war dann aber auch sehr cool .Viele Leute. Andi geht während(!) des Spielens auf die neben der Bühne befindliche Toilette. Geilomat!

Anschließend geht es in die wie ausgestorbene Stadt zu dem Veranstalter Cicerone, wo wir was zu essen bekommen. Schlafen tun wir dann schlussendlich bei Eva und ihren Mitbewohnern. Eva kannten wir bislang nur aus Emails. Sie ist eine Freundin von Freunden aus Hamburg und arbeitete als Sozialarbeiterin in Bukarest.


Di 18.4. Lugos(RO) - ???


Aufgeweckt vom Straßenlärm, zog ich mir das Strassengewirr schlaftrunken vom Balkon des siebten Stocks rein. Endlose 5-spurige Straßenlawinen versuchten allesamt sich hupend mit den Straßenbahnen die Kreuzung zu teilen. Diejenigen von uns, die da unten grad irgendwo im Bus pennten, hatten wahrscheinlich wenig Spass als ich hier oben. Um halb 11 ging es dann los Richtung Lugos. Der Veranstalter ais Timisoara hatte uns dort spontan eine Show klargemacht, nachdem die Show in Craiova ausgefallen war.

Mehrere Stunden nach Abfahrt hatten wir Bukarest immer noch nicht verlassen. Wir konnten den Weg raus beim besten Willen nicht finden. Die Beschilderung war mehr als nur beschissen. Langsam mussten wir echt Angst haben, ob wir es rechtzeitig schaffen sollten. 500 km auf rumänischen Straßen sind wahrlich kein Pappenstil.

Fahren, fahren, fahren. Vorbei an Fabriken, Dörfern, Gebirgen, Ölfeldern. Und kein Ende in Sicht. So kamen wir erst kurz nach 11 und völlig zerstört in Lugoj an. Was aber auch nicht sonderlich schlimm war, denn neben dem Veranstalter und der Thekenkraft waren bei dieser Umsonst-Show nicht einmal zehn billardspielende Kids. In anbetracht der Uhrzeit spielten dann auch nur TV. Und unmittelbar danach ging es noch einemal auf eine 1,5 stündige Fahrt nach Timisoara, von der ich schlafenderweise zum Glück nichts mitbekam.


Mi 19.4. Timisoara(RO) – Inca


Der Parkplatz, auf dem wir des nachts menschenleer unseren Bus abstellten, war gegen halb sieben zu vollem Leben erwacht. Und ich zwangsläufig mit ihm. Direkt neben mir ein riesiger Marktplatz mit bunten Treiben. Ich muss pissen, kacken, bin müde, ich stinke, habe Hunger, es regnet, es ist kalt, die Tür zum Pennraum der anderen ist zu. Kein Bock.

Also mache ich was ich in so Situationen immer mach. Ich laufe rum. Der historische Stadtkern mit der hübschen Synagoge und Wasweisichnoch, von dem mir Wochen später ein Uni-Kollege berichtete und der wohl ganz in der Nähe war, entgeht mir völlig. Stattdessen gibt es abgeranzte sozialistische Wohnblocks, Supermärkte, Regen, Schlaglöcher und eine Einkaufszentrum.

Nach einem langem Tag spielen wir dann endlich ein Konzert im Inca. TV haben hier wohl schon öfter gespielt und kommen gut an. Unser Gig ist eher mäßig. Die Bühne wackelt so sehr, dass ich ständig meine Orgel festhalten muss.

Heute penn ich im Pennraum des Incas. Ein Loch, dass in diesem alten Bau zuletzt 1891 frische Luft bekommen hatte. Pennraum ist gleichzeitig Aftershow-Partyraum. Mir egal. Ich ratz trotzdem ein. Tobi hat angeblich gerömert. Gibt’s aber nicht zu.


Do 20.4. Szeged(HU) – Texas


Nach dem Überqueren der Grenze kommen wir in eine ungarische Zollkontrolle, die bei uns nach nicht versteuerten Zigaretten suchen. Das taten sie bei uns nicht grundlos. Die Zöllner stellten sich aber nicht sehr schlau an und kapitulierten schon bald, obwohl wir die Stangen dreister Weise nicht einmal versteckt hatten. That’s not our problem!

Weiter nach Szeged, auf der Suche nach einem Schwimmbad. Gefunden hatten wir einen Wellnesstempel. Endlich konnten wir (außer der pennende Tobi) den unseren stinkenden Leiber waschen, in der Sauna die Poren öffnen und im grünlichen Teewasser abhängen. Geil!

Danach Sightseeing und Hochwasser-Katastrophentourismus meinerseits.

Das Texas war eine kleine Kneipe am Stadtrand, dessen größte Attraktion wahrscheinlich die Thekenkraft Moni ist. Vom Soundcheck und dem Großteil des Konzerts bekam ich gar nichts mit, denn ich war im Bus am pennen. Pünktlich zu unserem Gig ging ich dann auf die Bühne, und hey! Geiler Gig! Voller Raum, Stagedives, Good times, High-Fives! Vielleicht die beste Show der Tour. Bei TV ging es dann genau so zur Sache.

Gepennt wurde dann beim Naszde-Sänger, der in einer ziemlich reichen Neubaugegend wohnte.


Fr 21.4. Eger(HU) - ???


Nach einer netten Tour durch die Puszta erreichten wir des nachmittags Eger. Die Show sollte in einem Hinterzimmer eine Kneipe stattfinden. Bekannte von Tragic Vision kamen hin, aber ansonsten keiner.

Kurzerhand wurde der Raum bestuhlt und wir legten los. Dies sollte sich als Fehler rausstellen. Kurzes Protokoll unserer schlechtesten Show ever. Erster Song: Synthie ist schief. Neuanfang. Seite reißt. Pause. Nächster Song: Gitarre geht kaputt. Auftritt vorbei. Unglaublich. Da vergeht einem wirklich die Lust und wünscht sich, sich auf der Hinfahrt nach Chisinau oder so was verfahren zu haben.

Nach uns spielte irgendso ne Band. Tragic Vision oder so. Aber mal ehrlich. Der Gig war echt „sahnig“. Stuhlkreis vor der Bühne, Sitz-Stagedives und Jo spielt bei Hanau Hardcore Schlagzeug, während Millo aka. Ömer das Mikro in die Hand nimmt. Nach dem Konzert werden beinahe alle beim Konzert anwesenden Personen in den Bus verfrachtet und ich fahre die Meute erst zum Bier kaufen und dann in Wohnung von Tomas bei dem wir heute schlafen sollten


Am nächsten Tag ging es nach einem unvermeidlichen Besuch bei Gábors Oma wieder auf den langen Heimweg. Gábors Oma hält übrigens nicht allzu viel von veganer Küche, weshalb Tobi erneut auf trocken Brot und Tabak zurückgreifen musste. Aber der Rest legte sich bei Tische ganz gut ins Zeug.

An den Rest der Fahrt habe ich kaum noch erinnern. Wahrscheinlich bin ich viel gefahren. Und irgendwann sind wir dann sicher müde irgendwo an und ruhten uns aus. Wahrscheinlich.
23.12.06 02:58
 


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