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On the road with Lt.Mosh und Gtuk 06/07

Fr 29.12.06 Göttingen - Juzi

129.000 Einwohner und wenig erwähnenswertes

["On the Road again,
Just can't wait to get on the road again,
The life i love is making music with my friends,
And I can't wait to get on the road again" (Willie Nelson - On the road again)]

Nach wochenlanger, rührseeliger Vorfreude konnte es endlich losgehen. Wie schon auf unserer Tour im Frühjahr waren wir mit dem Sprinter von LSD-Trips unterwegs, in dem man wie auf Wolke 7 von Konzert zu Konzert dahinfuhr. Nachdem die ganze Antitainment-Bande (+ Prodi) eingesammelt war ging es schnurstracks nach Münster um die Metalcore-Kids von Lt.Mosh einzusammeln, die bereits vor ihrem Proberaum warteten und Windmills und Spin-Kicks trainierten. Ok, in Wirklichkeit warteten wir wir vor deren Proberaum und trainierten DVD's gucken. Wir hatten nämlich neuerdings zwei Bildschirme und endlos viele Filme am Start. Als dann die Mosher (von meinem Vater im Vorfeld fälschlicherweise mit "Ernst Mosch und seine Egerländer" verwechselt) eintrafen ging es auch schon bald los. Die Jungs (und Mercherin Ina) hatten ein fast so cooles Vehikel wie wir: Einen stilsicheren Ford Escort Kombi, kindly endorsed by Jerry's Autovermietung.
Der von mir vermutete Katzensprung von Münster nach Göttingen blieb aus. Nach einer kurzen Pause auf dem Brocken(Harz) kamen wir erst so gegen 6 in Göttingen an. Dort gab es dann veganischen Döner mit viel Knoblauch und ein Kurzreferat von Benni(Lt.Mosh) über die ereignisreiche Geschichte des Juzis. Die Moschers hatten sich gut auf die Tour vorbereitet und von nun an für jede Stadt auf der Tour ein Referat vorbereitet. Eine für uns bildungsfernen Asselpanks eine schier endlose Quelle der Weisheit.
Als wir uns dann irgendwann aus unserem Backstageraum in den Saal bequemten stellten wir fest, dass es brutalst voll war. Sicher so 130-150 Leute. Sehr schön.
Wir spielten nach Lt.Mosh und es war wirklich eine ziemlich coole Show. Viele Leute kannten unsere Texte, und wir spielten angeblich 50 Minuten. Das halte ich allerdings für eine Unterstellung.

Sa 30.12.06 Braunschweig - Nexus

245.000 Einwohner. Zweitgrößte Stadt Niedersachsens, Heimat eines großen Schornsteins, der New Yorker Phantoms Braunschweig und schon bald Wissenschaftsstadt


["Als Chef musst du wie ein Chamäleon musst du eigentlich besser sein als ein Chamäleon. Ja nicht nur die Hautfarbe wechseln, sondern bei Bedarf in ein komplett neues Tier verwandeln.
Chamäleon zack Tiger zack Dackel zack." (Stromberg - Mobbing)]

Der Tag begann damit die Feldbetten einzupacken, durch den Regen zurück zum Club zu laufen und TobiUweProdi zu suchen. Die schliefen dann von Hartalk zersetzt, friedlich im Bus. Wir aßen dann ein reichhaltiges Frühstück ohne Lachs, aber mit Butter. Benni(Veranstalter, Basser von 244gl und der coolste Dude des Universums) hält Butter für essentiell und verrät uns wo man Butter am besten kühl im Tourbus lagern kann, denn er sagte uns vorraus, dass Butter keine Selbstverständlichkeit auf einer Tour durch AJZs ist. Er sollte Recht behalten. Die Butter nahmen trotzdem nicht mit.
Nächster Halt: Schwimmbad Seewiese. Dieses Bad kannten wir bereits aus dem Vorjahr. Auf der Speedrutsche setzte Jo schon zu Beginn mit 4.82 Sekunden eine Marke. Ein Spitzenwert der nicht mehr getoppt werden konnten. (Ok, aber nur von den bierbäuchigen Papis in ihren Speedos).

Braunschweig erreichten wir dann dank Navi ohne Probleme. Es gab leckeres Essen und Domenik hielt sein Referat nach dem Soundcheck von der Bühne aus.
Es wurde nicht wirklich voll. Aber so 40 Leute werden es schon gewesen sein. Diesmal fingen wir an und spielten ein gewohnt routiniertes Set runter und Lt.Mosh zogen anschließend gleich. Der Rest des Abends wurde mit kickern und DVDs verbracht.

 

So 31.12.07 Kiel - Alte Meierei

232.000 Einwohner, ehemals Holstenstadt tom Kyle, Förde, Skandinavienkai, älteste Fussgängerzone der Galaxie, Heimat von Andi Köpke und "Wölli"


["Switch off the lights,
And close your eyes.
Feel the energy inside.
Chily-bo, chily-bo, chily-bo.
FIRE!" (Scooter)]

Pünktlich zwei Stunden vor dem vereinbarten Aufstehtermin wachte ich auf dem Hochbett unseres Vans auf. Trotz Müdigkeit konnte ich nicht mehr einpennen und ich tröstete mich mit dem Rest meines Tetrapaks mit direktgepressten Orangensaft. Kurz später protestierte mein Magen dagegen, dass der Saft die letzten Stunden vor dem Heizgebläse verbrachte. Also kotzte ich mir erstmal im kalten Braunschweiger Regen zwischen abgeschlossenem Club und einem verwaisten Hornbach die Seele aus dem Leib. Kein guter Start in einen Tag.
Nach einer unspektakulären Fahrt über windige norddeutsche Autobahnen, vorbei am Brocken(Harz), kamen wir überpünktlich in Kiel an. Als erstes suchten wir natürlich den "Strand" und wir fanden ihn nie. Schlussendlich begnügten wir uns mit einem kargen Industriehafen, der vor uns wahrscheinlich noch nie zuvor Touristen gesehen hatte. Ein alter Kahn, eine Fabrikhalle, ein gesperrter Anleger und weit und breit kein Meer. Das war alles.
Als wir unsere Sachen in die Alte Meierei gefahren hatten machten wir uns nochmal zu Fuss nach downtown Kiel. Wir holten meine Freundin Lena vom Bahnhof ab und schlenderten herum und hörten bei Kaffee und heißer Schokolade in einer Hafenspelunke am Schwedenkai ein schönes Referat.
Zurück am Club wurden immer noch keine Anstalten gemacht die Show anfangen zu lassen. Es sollten neben uns noch KILLING FROST aus Portugal, KINGDOM und COBRETTI aus Köln spielen. Undemokratisch wurde uns mal wieder die undankbare Position des "Headliners" untergejubelt. Wir befürchteten das Schlimmste.
So sollte es aber nicht kommen. Nach dem ganzen Geböller und Geballer (Feuerwerkskörper und Bands - ihr wisst schon) gingen wir auf die Bühne. Die Bühne war in dem Fall eine ca- 10 cm hohe, wackelige Konstruktion, die vor die eigentliche Bühne des Ladens, auf der nur ein DJ-Pult stand, gestellt wurde. Von den knapp 300 Gästen waren noch die meisten da. Nichtsahnend bauten wir auf, doch schon nach den ersten Tönen brach die Hölle los. Die Meute pogte, divte, headwalkte (z.B. über Quoties Gesicht) und sang heftigst mit. Der absolute Wahnsinn. Nur durch 3-Mann Security durch die Lt.Mosh-Jungs konnte ich halbwegs sicher spielen, sonst wäre mein Tastenkram sofort ruiniert gewesen. Tobi sang vom Publikum weg um sein Effektgerät uns Mikro zu schützen, was ihm nicht gelang. Ich musste ihm zigmal das Kabel neu einstöpseln. Leider löschte ich durch eine unglückliche Handbewegung sämtliche Speicher meines Samplers, wodurch wir nicht alle Songs spielen konnten.
Nach unserer Show gab es noch eine fette Diskoparty mit genialer Musik. Circle-Pits zu Blümchen, große Gefühle bei Roxette und Scooter. Mein bislang aller-allerbestes Sylvester. No competition! In der leeren Wohnung vom Tackleberry-Peder wartete dann ein beseelter 2-stündigen Schlaf auf mich.

 

Mo 1.1.07 Berlin - Subversiv

3.400.000 Einwohner, unglaublich trendige Stadt, neue Heimat ehemaliger Klassenkameraden mit chicen Frisuren

["They see me rollin
They hatin
Patrolling they tryin to catch me ridin dirty
Tryin to catch me ridin dirty
Tryin to catch me ridin dirty " (Chamillionaire - Ridin dirty)]

Denn kurz nach dem Einschlafen musste ich Lena auch schon wieder zum ICE-Bahnhof bringen. Die anderen hatten aber auch nicht viel mehr Zeit zum schlafen, denn es stand noch eine lange Fahrt zu einer Matinee-Show an. Am ERSTEN ERSTEN. Nach dem Frühstück in der Meierei holten wir noch Renke von Zeitstrafe-Records ab, der uns von nun an begleiten sollte. Heute war es noch viel windiger als am Vortag und unser hoher Sprinter verzeiht keine Unaufmerksamkeit. Und der Weg zog sich. Landstrassen, Stau, Rastpause auf dem Brocken(Harz), Baustelle um Berlin-Tegel - Bäh.
Am Subversiv angekommen ging dann wieder alles recht schnell. Ausladen, aufbauen und spielen, denn es war bereits nach fünf. Vor uns spielten noch "Abenteuer Auftauen", mit denen wir vor einiger Zeit mal in Zittau gezockt hatten. Bei dem Bandnamen muss ich immer an Han Solo, bzw. Sylvester Stalone in Demolition Man, aber ich bin sicher die meinen was anderes.
Wir und die Moscher spielten erneut ein sehr souveränes Set. Und es war auch erstaunlich voll. Über 100 Leute im kleinen Subversiv-Keller. Danach waren wir aber alle ziemlich am Sack und waren froh als es endlich zu unseren Pennplätzen ging. Prodi, Uwe, Jo und ich schliefen bei Rolf im schmucken Stadtteil Neukölln. Angeblich nur zwei Strassen von der Rütlischule entfernt.. Ich wünschte, wir hätten ihr einen Besuch abgestattet. Schade.

 

 

Di 2.1.07 Halle - Reilstrasse 71

243.000 Einwohner, Heimat von Haloren, Hallensern und Hallunken, ein Stadtwappen, das in seiner Eindeutigkeit zu wünschen übrig lässt

["I think that someone is trying to kill me
Infecting my blood and destroying my mind
No man of the flesh could ever stop me
The fight for this fish is a fight to the death"
(Mastodon - Blood&Thunder)]

Nach einem reichhaltigen Frühstück mit Rolf und vor allem seiner gesprächigen Mitbewohnerin Lisa (7 Jahre) fuhren wir nach Friedrichshain um Gtuk-Bastian einzusammeln. Yes, endlich konnte die richtige Tour beginnen. Aber, stop! Leider mussten wir hier Ina zurücklassen, denn ihr Professor hatte sie spontan nach Hause bestellt um irgendwas an ihrer Diplomarbeit zu besprechen. Sehr ärgerlich.
In Bastis Bude angekommen, bastelten wir jedoch erstmal neue Sounds auf meinen Sampler, den ich ja ungeschickterweise in Kiel auf die Werkseinstellung zurückgesetzt habe. Wir, das waren in diesem Fall Tobi und Basti. Ich hingegen besuchte den örtlichen Plus-Markt. (Im übrigen habe ich noch nie so viele Menschen mit Rasta-Frisur gesehen wie in und um diesen Markt. Hier gerät man glaube ich ohne eine solche Haarpracht schnell ins soziale Abseits.)
Bei unserer Abfahrt wurde es bereits wieder dunkel und Berlin wollte uns einfach nicht so einfach wieder rauslassen. Auf das Navi war nur bedingt Verlass, denn es wollte uns konsequent über irgendwelche gesperrten Strassen leiten. So bekamen wir eine kostenlose, aber ungewünschte, Stadtführung: das Rote Rathaus, das Brandenburger Tor, Holocaust-Mahnmal, Palast der Republik, usw. usf.
Nach Halle war es dann aber gar nicht mehr weit. Einmal über den Brocken(Harz) und schon ist man da. Die Reilstrasse 78 ist ein ehem. besetztes Haus und hat sich etwas wenig originell nach seiner eigenen Adresse benannt. Wie in den meisten AZ's üblich gibt man sich auch hier relativ wenig Mühe mit der Toilettenhygiene. Der Saal war aber ziemlich sahnig.
Der Tontechniker des Ladens hatte sich alledings ausgerechnet heute "verhoben" und vergessen abzusagen, weshalb die Hausanlage so gegen halb 10 von uns selber aufgebaut wurde. Uwe, der einzige von uns der sich ansatzweise mit so was auskennt, unterbrach aber nur äußerst widerwillig sein Kickerspiel. Irgendwann konnte es losgehen. Gtuk kam super an. Wir spielten eher so semi und bei Lt.Mosh versuchte ich zu diven tat mir bei der Landung am Knie weh. Mensch ich wer' alt. Kall mei Drobbe!

 

 

Mi 3.1.07 Leipzig - Conne Island

505.000 Einwohner, größtes zusammenhängendes, innerstädtisches Waldgebiet Europas

["House of the filthy, house not a home
House of destruction where the lurkers roamed
House that belonged to all the homeless kids
Kids of the black hole" (Adolescents - Kids of the black hole)]

Aufstehen, frühstücken, einladen, schwimmen gehen!!! Ab in's Mayamare-Bad. Wir stellen fest, dass die Innenstadt van Halle, der absolute Stadtkern also, aus ein paar leerstehenden Plattenbauhochhäusern besteht. Sehr hübsch. Das Mayamare begrüsst uns dann mit dem Horrorplakat "Montag bis Mittwoch: Ruhen statt Rutschen". Puh, zum Glück heben die Schulferien diese Nazi-Regelung auf und somit entert die stinkende Meute den Wellnesstempel. Es wurde gerutscht und gewhirlt (oder wie man das auch immer nennen mag). Insgesamt vier Rutschen gab es. Aber leider auch viele, viele Kinder, so dass man immer lange anzustehen hatte. Außerdem glaube ich, dass an diesem Tag hier ein worst-tattoo-Wettbewerb stattfand.
Zu guter Letzt versuchten wir uns auch noch an einem 11er-Bob durch die Black-Hole Rutsche, der jedoch kläglich versagte. Der Stimmung tat dies jedoch keinen Abbruch. Unsere Abfahrt verschob sich noch etwas, denn Tim hatte noch ein Rutsch-Date mit der hübschen Bademeisterin laufen.
Leipzig hieß uns dann wenig später mit zwei Begrüssungsfotos einer Ampelblitzanlage in ihrer Stadt willkommen. Ärgerlich. Das Conne Island machte da seine Sache schon besser. Wir bekamen das krasseste Bandessen aller Zeiten! Was es nicht alles gab: Rote-Beete-Suppe, Gnocci, Wildreis, Wildpilzraout, Curry-Sahne Hühnchen, Soja in Erdnussauce, und, und, und.... Wir konnten es gar nicht wahr haben. Entsprechend gut genährt konnte das Konzert beginnen. Als wir zuletzt hier waren spielten wir in der großen Halle mit Against Me. Heute zockten wir im Café des Hauptgebäudes. Alles cool! Laura war da, Kiki war da, Felix war da, Justus war da! Die Show war ziemlich cool. Langsam bekamen wir richtig Routine rein und es machte richtig Spass.
Ziemlich erschöpft schleppten wir uns dann in die Wohnung von Mirko, dem Veranstalter. Doch fast alle waren von einem Party-virus befallen und wollten noch auf irgendeine Studentendiskoparty. Benni und ich waren die einzigen die blieben. Ich legte mich auf mein Feldbett und schaute mir eine archäologische Doku im Fernsehen an und gab mir selber vor das interessant zu finden. Ich konnte sehr gut schlafen.

 

 

4.1.07 Dresden - AZ Conni

503.000 Einwohner, Heimat des "Meißener" Porzellans und zu 4% katholisch

["...and it's so easy to by anti, close your mind up tight
and you walk around the world,
thinking everything you know is right
it's so easy to protest and so hard to fucking give
no one person has the answers, there's no one way to live" (H2O - EZ 2B Anti)]

Die Party schien dann doch irgendwie ein Reinfall gewesen zu sein und ich war froh fit zu sein und konnte mit dieser Agilität allen auf den Geist gehen. Zurück im Conne Island gab es dann ein Frühstück/Brunch, das dem Essen von gestern abend in nichts nachstand. Rührei, Schokobrötchen, Obst, Lachs, Säfte, pipapo.
Heute stand jede Menge Kultur auf dem Programm. Zuerst besuchten wir das Leipziger Völkerschlachtsdenkmal. Ein monumentaler Klotz mit Teich, der uns an den heldenhaften Tod unserer Jungs im Kampf gegen Napoleon erinnern sollte. Wir schossen Fotos und gingen wieder. Erstmals kam so ein bisschen Klassenfahrtfeeling auf. In Dresden ging der Spass dann weiter. Als wir den Bus am AZ abgestellt hatten ging es für uns Kulturhungrige zu Fuss in Richtung Altstadt. Dort war es leider schon dunkel und es regnete. Wir lernten von unserem Reiseführer Domenik anekdotisch vorgetragene Fakten zur Semperoper, über den einstigen Herrscher des "Zwingers" und anschließlich ließen wir es uns natürlich nicht nehmen die Frauenkirche zu besuchen.
Zurück in der Neustadt machten wir mal wieder einen ausgiebigen Supermarkteinkauf und einen noch ausgiebigeren Soundcheck. Soundmann Hagen(?) bestand darauf. Außerdem schauten wir uns im Backstageraum das Siggi-Video auf youtube ca. 667 Millionen mal an. Ich finde, dass jeder Backstageraum einen Internetzugang bräuchte. Der hier in Dresden hat obendrein auch noch frisches Obst, Malzbier, Bananensaft und liegt obendrein auch noch direkt neben der Bühne. Was will man mehr! Veranstalter Frank ist übrigens ein ziemlich cooler Typ.
Wir fingen heute an und ich glaube wir waren nicht sonderlich toll heute. Lt.Mosh waren solide und bei Gtuk brannte dann die Hütte. Basti musste Zugaben noch und nöcher spielen.

 

5.1.07 Mannheim - Juz

324.000 Einwohner, ästhetisch gesehen völlig zurecht Partnerstadt von Chisinau(Moldawien)

[" Driving on the road again
Another meal in the back of the van
Still tired, do you remember last night?
Can you pass me another beer?
Or where is the tape I wanna hear?
Are we there yet?
God I miss my bed!" (The Travoltas - One for the road)]


Schon wieder im Pech: Auf dem Weg vom AZ zur Autobahn sollten wir eigentlich an jenem Knast vorbeifahren auf dessen Dach der Vergewaltiger Mario M. (oder so) erst vor kurzem die Nation in Atem gehalten hatte. Stattdessen sahen wir nur die gewöhnlichen Baumärkte, Tankstellen und Fastfoodrestaurants auf unserer Wegstrecke. Doch selbst dieses Pech sollte noch übertroffen werden. Auf dem Rastplatz Eisenach (nahe des Brocken, Harz) merkten wir, das der penetrante Gestank den wir vorurteilsbehaftet wie wir sind dem Osten zugeschrieben haben aus dem Motorraum des Kombis der Mosher kam. Die Lichtmachine war im Arsch und die Autobatterie roch wie eine Latrine in der Sahara. Der Herr vom ADAC erklärte daraufhin die Fahrt für beendet. Nach einer kurzen Endzeitstimmung fuhren drei der Moscher mit dem Abschleppauto in's Tal und mieteten sich kurzerhand ein neues Vehikel. Weiter ging's.
In Mannheim sollten heute außer uns drei Bands noch SIRENS, THE NOW-DENIAL und EMPTY VISIONS. Entgegen unseren Befürchtungen füllte sich die Hütte pünktlich um 21 Uhr mit Leuten. GTUK eröffnete die Show und erntete einige erschreckte Blicke. Schlussendlich wollten trotzdem viele eine Zugabe hören. EMPTY VISIONS waren ganz cool. Wir spielten danach und waren erneut nur "na ja". SIRENS waren super cool. LT.MOSH mega cool. NOW-DENIAL waren auch cool.
Die anschließende Nachtruhe wurde nur kurz unterbrachen als im Pennraum Juzes der neben den Bands auch von Konzertbesuchern be"pennt" wurde, jemand schlafwandelnd vor Fabs Bett pissen musste. Im Schutze der Dunkelheit konnte derjenige aber wieder in sein Bett flüchten, bevor er identifiziert wurde. Wir hatten aber einen begründeten Verdacht (und es war keiner von uns). Haha.

6.1.07 Leverkusen - Kulturausbesserungswerk

160.000 Einwohner, benannt nach der Firma des Herrn "Leverkus", größte kulturelle Leistung: das Bayerkreuz

["Our future is clear
No one seems to care
Armageddon is near
The end is here" (SS Decontrol)]

Ich war mal wieder der erste der aus dem Bett kam und vertrieb mir die Zeit bis zum Frühstück mit Kaffee von der Tanke und rumlaufen. Mannheim ist wirklich unglaublich hässlich. Zusammen mit der Nachbarstadt Ludwigshafen bildet Mannheim eine wahrlich unschöne Symbiose. Doch das Ganze sollte noch getoppt werden, den heute ging es nach Leverkusen. Leverkusen ist Chemieindustrie + Kleingartenverein + Reihenhaus. Das scheinbar einzigst vernünftigste an Leverkusen ist (neben der Nähe zu Köln) das Kulturausbesserungswerk in dem wir heute gastierten. Ein cooler Club auf einem ehemaligen Bahngelände gegenüber von einem Motorradclub für Familienpapis.
Unsere Pennräume dienten offenbar auch einer Theatergruppe als Requisitenlager. Also vertrieben wir uns etwas die Zeit damit anhand eines Skriptes ein Theaterstück mit furchtbar viel Fäkalsprache zu spielen. Ich behaupte mal, dass wir echt Talent haben. Vielleicht sollte der ein oder andere von uns eine zweigleisige Karriere anstreben. Diejenigen, die das Theaterstück nicht interessierte vertrieben sich die Zeit damit ein dämliches begrüssungs-zeremonielles Klatschspiel zu erfinden. Ziemlich infantil.
Die Show war klasse und zu guter Letzt spielte GTUK sein Set bis zur Sperrstunde. Spätestens beim Blümchen-Cover kochte der Saal und es wurde getanzt und gestagedivet.

Am nächsten Morgen ging dann eine ereignisreiche Tour zu Ende. Unter Tränen verabschiedete man sich am münsteraner Proberaum und jeder fuhr seinen Weg. Schön war's.
Danke an alle für die schönen Tage.
Matze

 

 

26.1.07 15:02





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